Kapverden bei Funana.de

12 Staaten stimmen Plan zur Bekämpfung der Heuschrecken-Plage zu

am 02.09.04
0 Kommentare
Antworten
Trackback

Ein Junge im Vorstadtgebiet Dakars hat Heuschrecken erschlagen und diese in einer leeren Wasserflasche gesammelt. Fotograf: Pierre Holtz

Während sich die Bevölkerung Westafrikanischer Länder zunehmend bedroht fühlt und zu allen nur möglichen Mitteln greift um die “Gelbe Pest” zu bekämpfen, haben sich in Dakar, Senegal, die Landwirtschaftsminister 12 afrikanischer Staaten getroffen um ihren Schlachtplan gegen die Plage zu besprechen und zu vereinbaren.

Die Situation ist extrem ernst,” sagte Habib Sy, Senegals Landwirtschaftsminister, als er den Flughafen Dakars besuchte, wo grosse Schwärme der Hopper über das Grass zwischen den Landebahnen herfallen.

Die Heuschrecken können eine kriegsähnliche Situation erzeugen. Wenn wir nicht aufpassen, werden die Auswirkungen noch jahrelang zu spüren sein.

Auch FAO Direktor Jacques Diouf hatte bei einem Besuch in Dakar gewarnt, dass die neue Invasion noch schlimmer sein könnte, als die letzte grosse Plage von 1987-1989, welche die internationale Gemeinschaft über 600 Millionen Dollar kostete und einen Zeitraum von fünf Jahren brauchte um unter Kontrolle gebracht zu werden.

Der Präsident Senagals, Abdoulaye Wade, sieht ohne den Einsatz seines Militärs keine Chance mehr gegen die Plage anzukämpfen und fehlende Geldmittel und nicht vorhandene Insektizid-Vorräte geben nicht grade Grund zu Optimismus.

Zwar seien seit Anfang August 1200 Soldaten in Bekämfungstechniken ausgebildet worden und es kämen pro Tag etwa 100 weitere hinzu, die mittlerweile besprühte Fläche an der Grenze von Senegal zu Mauretanien sei über 60.000 Hektar gross, aber andere Beobachter können angesichts dieses Tropfens auf den heissen Stein nur spotten. “Spraying Teams von der Armee?“, wird ein Mitglied der Hochschule für Landwirtschaft in Ndiaye zitiert, “Die habe ich bisher nur im Fernsehen zu Gesicht bekommen!“.

Für die betroffenen Landwirte bleibt aber auch der Einsatz des Militärs und die Bekämpfung mit Insektiziden zweifelhaft. Zum einen beklagt man, dass den Bauern keine Rolle in der Bekämpfung zugedacht sei, zum anderen fragt man sich zu Recht, wie sich die Bekämpfung mit der chemischen Keule denn auf das Trinkwasser auswirke.

Der Bevölkerung bleibt also auch diesmal nur der Kampf mit den blossen Händen gegen die gelben Insekten. Die Export-Ausfälle werden riesig sein und die Staaten weiter in die Verschuldung treiben, denn bisher gab es keinen Cent Hilfe von der FAO oder anderen Organisationen.

Zwar hat der IWF Cabo Verde weitere 2 Millionen Dollar für diesen Monat zugesagt, dieses Geld ist aber nur Teil des bereits im April 2002 zugesagten 13 Millionen Dollar Kredits, der an finanzpolitische Auflagen geknüpft ist. Wieviel und ob überhaupt Anteile dieser Summe für die Bekämpfung der Heuschrecken vorgesehen wurde ist nicht bekannt.

Für den in Dakar vereinbarten 15-Punkte Bekämpfungs-Plan haben sich die Minister darauf geeinigt nun operative Stützpunkte in Mauretanien, Senegal, Mali, Tschad und Niger einzurichten, mit Unterstüzungspunkten in Burkina Faso, Gambia, Guinea und Cabo Verde.

Quellen:

Boston.com

http://www.boston.com/news/world/africa/articles/2004/09/02/12_nations_agree_to_locust_battle_plan/

Xinhuanet.com

http://news.xinhuanet.com/english/2004-09/01/content_1932332.htm

IRINnews.org

http://www.irinnews.org/report.asp?ReportID=42955&SelectRegion=West_Africa&SelectCountry=SENEGAL

http://www.irinnews.org/report.asp?ReportID=42968&SelectRegion=West_Africa

Foto:

Ein Junge im Vorstadtgebiet Dakars hat Heuschrecken erschlagen und diese in einer leeren Wasserflasche gesammelt.

Fotograf: Pierre Holtz


Weitere Artikel zu den Themen:



Beiträge





Reif für die Insel?



Keine Kommentare

Schreib was!