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Cabo Verde Telecom: Breitband Internet noch dieses Jahr

am 15.05.06
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Cabo Verde Telecom (Logo)Praia, Kapverden, 15. Mai 2006 – Die Cabo Verde Telecom will bis zum Ende des Jahres Breitband Internet, Fernsehen und Telefon als “Tripple Play” Service anbieten, so Nuno Leite, der Direktor der CVT.

In einem Interview mit der kapverdischen Nachrichtenagentur Inforpress sagte Leite, der Service werde zunächst für Santiago, Sal und Sao Vicente angeboten mit einem Ziel von 6.000 Kunden.

Innerhalb von zwei Jahren solle dann das gesamte Archipel mit Breitband versorgt werden, so Leite.
“Im Moment sind wir dabei die Technik aufzusetzen. Wir tun alles nur Mögliche um die Basis zu schaffen für einen rechtzeitigen Start des Projekts zum Ende des Jahres”.

Das Archipel verfügt zur Zeit nur über einen öffentlichen Fernsehsender, Televisao Nacional de Cabo Verde (TCV), zusammen mit einem Privatsender im Testlauf (TIVER), dem französischen Kanal CFI und dem portugiesischen Kanal RTP África.

Laut Neite soll der Kabelfernsehservice vorrangig für portugiesische und brasilianische Kanäle sowie Themenkanäle wie Musik, Kino, Sport und Kinderprogramm bestimmt sein.

Über den Sinn und Unsinn weiterer Fernsehkanäle mag man streiten, eine bessere Internetanbindung hat Kapverden jedenfalls bitter nötig.
Der einstmalige Vorreiter auf dem afrikanischen Kommunikationsmarkt hat nämlich in den letzten zehn Jahren den Anschluss an das Internet “verschlafen”.
Zwar wurde das Telefonfestnetz und auch das Mobilfunknetz flächendeckend ausgebaut und die CVT hat ihr Versprechen bei der Regierung eingelöst, jedes Dorf mit mehr als 200 Einwohnern an das Festnetz anzuschliessen, Internet und internationale Telfonate zählen aber nach wie zu den teuersten weltweit. Internetanschlüsse sind bisher unerschwinglich und vor allem schneckenlangsam. Wer auf Kapverden einen Zugang mit einer Geschwindigkeit von 128Kb besitzt kann sich glücklich schätzen, DSL ist kaum oder gar nicht verfügbar, auch in grösseren Ortschaften.
So kommt es, dass Cabo Verde heute eins der traurigen Schlusslichter der “Internet Entwicklungsländer” Afrikas ist.

Obwohl – oder grade weil – die CVT noch bis 2017 über ein Quasimonopol auf Internet und Festnetz auf den Inseln verfügt, scheint sich jetzt doch etwas zu bewegen.

Die Kapverden haben nämlich vor allem eins zu bieten: Köpfe & Hände. Die wahre Wirtschaftskraft lag nie im Export, und auch wenn der Tourismussektor an Wichtigkeit gewinnt, das Kapital des kleinen Landes sind die Menschen selbst.

Nur wenn der “Jump Over”, also der Sprung ins Informationszeitalter gelingt, wird Kapverden eine Zukunft im globalisierten Weltwirtschaftsystem haben.
Von den Möglichkeiten die durch e-Government und die bessere Verbindung zur Diaspora entstehen könnten ganz zu schweigen, ist der nun angekündigte Schritt also ein deutlicher Hoffnungsschimmer am sandigen Himmel Kapverdens.


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