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Sie waren nicht auf den Kapverden, Sie waren auf Sal!

am 05.06.07
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Wer meint, er habe die Kapverden gesehen bei einem zweiwöchigen Urlaub auf der Insel Sal, dem kann man getrost sagen: “Nein, Sie waren nicht auf den Kapverden.”

Sal ist nicht nur total untypisch für die restlichen Inseln: Sal ist eine schlechte Immitation von Kapverden, ein Abziehbild, aufgeräumt und aufgehübscht für die verwöhnten Gäste aus Europa. Deutsche Speisen und Getränke, Wasser im Überfluss, Touristenepp, eben alles was das Neckermann Herz begehrt.

Wer einen wirklich spannenden Urlaub mit viel Kultur und Nah am Menschen erleben möchte, der sollte die Insel Sal geradezu meiden. Sal ist eine Destination für Menschen die gerne Surfen oder sich am Strand grillen lassen – und ansonsten “bitte nicht zuviel Afrika” erleben möchten.

Wer sich interessiert für die Kultur und die Menschen dieses interessanten Archipels, der besucht die anderen Inseln. Wanderer sollten unbedingt Santo Antao einen Besuch abstatten, auch Santiago hat einiges an Wandertouren zu bieten. Gleiches gilt für Fogo, das mit seiner bizarren Vulkan Landschaft für eindrucksvolle Erlebnisse sorgt und wo nebenbei noch einer der besten Kaffees der Welt produziert wird.

Für einen Einblick in die musikalische Kultur des Landes bietet sich eine Reise nach Sao Vicente an, deren Hauptstadt Mindelo in Europa vor allem durch seine bekannteste Einwohnerin, Cesaria Evora, Ruhm erlangt hat.

Wer einen Strandurlaub abseits vom RIU geniessen möchte, der fliegt nach Boavista, oder – noch ruhiger und abgelegener – nach Maio. Beide Inseln haben endlose Stände, wobei Boavista die touristischste der beiden ist. Santiago bietet ebenfalls kleine aber feine Strände – allen voran den wohl bekanntesten Palmenstrand der Inseln, Baia Verde, in Tarrafal.

Auch die anderen kleinen Inseln, wie z.B. Brava oder Sao Nicolau sind kleine Perlen und bieten dem gestressten Europäer viel Ruhe und Entspannung.

Wenn man wirklich Kapverden erlebt, dann lernt man die Langsamkeit und Unperfektheit zu schätzen. Man erkennt, dass ein bisschen mehr Service hier und da zwar nicht schaden könnte, andererseits aber auch eine wunderbare Unverkrampftheit und Entspanntheit eintritt, wenn man die Dinge nicht so eng sieht.

Wer erwartet innerhalb von einer Minute bedient zu werden sobald man sich in ein Restaurant gesetzt hat, oder dann innerhalb einer viertel Stunde sein Essen auf den Tisch bekommen möchte, der bleibt besser bei Burger King in München am Flughafen – oder eben in Sal.
Wer erwartet, dass überall Englisch oder sogar Deutsch verstanden und gesprochen wird, der bleibt in seinem Starbucks um die Ecke – oder in Sal.
Wer Angst hat vor Afrika oder schwarzen Menschen im Allgemeinen, der bleibt in seinem Deutschen Dorf, oder im RIU auf Sal.
Wem es ganz gleich ist, an welchem Ort der Erde er sich befindet, hauptsache das Wetter ist schön und das Hotelzimmer sauber, der kann wesentlich günstigere Reiseziele finden – oder trotzdem nach Sal fliegen.

Und noch etwas zum Abschluss, liebe Sal Reisende: Sal mag zwar in den Tropen liegen, ist aber alles andere als “grün”, da helfen auch nicht die angepflanzten und künstlich bewässerten Palmen am Hotel. Einer der häufigsten Kritikpunkte den ich über Sal höre und lese ist “zu karg, nichts zu sehen”. Sal ist eine Wüsteninsel. Ein Fleck Sand im Atlantik auf dem es keinen Regen gibt. Findet Euch einfach damit ab, oder fliegt auf die Dom. Rep. Ist ein gutgemeinter Tipp von mir.

Foto: Quelle


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2 Kommentare

  1. sabine feiertag

    wow !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    danke für den Tipp
    lg
    Sabine

  2. Ingeborg

    Hallo

    wir gehen schon 10 Jahre auf die Caboverde, aber Sal ist wirklich nur für den Weiterflug geeignet..
    Jede der Inseln ist anders und hat ihren eigenen Flair, entweder man mag es und kommt immer wieder oder man erwartet sich zuviel und geht wieder ins allinclusive.
    Uns gefällt es sehr gut und jedesmal ist es wieder anders, die Zeit bleibt stehen.

    Setzt dich auf einen Platz und sehe und staune

    Gruss

    Ingeborg

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